FRAUEN SCHICKSALE

anitaAnitas Geschichte: „Hallo, mein Name ist Anita, ich bin eine Frau aus der Dalit Kaste(„Unberührbare“ Anmk.) und auch behindert, daher waren meine Chancen im Leben unabhängig zu werden sehr gering. Wir wohnen nicht weit vom Sambhali Trust Empowerment Zentrum in Jodhpur. Auf dem Rücken meiner kleinen Schwester pflegte ich den Weg zum Sambhali Trust Empowerment Zentrum zurückzulegen, da ich selbst nicht gehen kann.
Fünf Jahre zuvor, bevor ich zu Sambhali Vertrauen fasste und dort eingetreten bin, dachte ich immer von mir ich sei eine Belastung für meine Familie. Ich weiß, ich bin behindert und werde nie in der Lage sein zu heiraten. Wenn meine Mutter und mein Vater alt geworden sind, weiß ich nicht was ich tun sollte, wo es lang geht und wer für mich sorgen würde.
Ich kam zu Sambhali wo ich lernte, auch lesen und schreiben. Ich habe Kunst und Handwerks Techniken gelernt. In den letzten zwei Jahren war ich als eine der Absolventinnen des Sambhali Trust im Sambhali Absolventen Nähatelier tätig. ich stelle handgefertigte Produkte her für die Sambhali Boutique in Jodhpur und gemäß nationalen und internationalen Aufträgen. Wir lernen neue Techniken und bekommen neue Fähigkeiten durch die Hilfe von freiwilligen Helfern aus dem Ausland. Ich bin sehr stolz darauf, meinen Lebensunterhalt selbst zu verdienen und finanziell meinem Vater zu helfen unser Haus zu führen.
Seit ich meinen einigen Lebensunterhalt verdiene, bin ich zu Hause von meinern jüngeren Brüdern und Schwestern und anderen Familienmitglieder geachtet.
Ich fühle mich so als würde ich fliegen……“

Dhau DeviDhau Devi’s Geschichte: „Ich wurde in einem Dorf geboren, das 2 Stunden von Setrawa entfernt ist. Als ich 14 Jahre alt war, wurde ich verheiratet und zog mit meinem Mann nach Setrawa. Jetzt habe ich 4 Söhne und 2 Töchter. Eine Tochter ist verheiratet und lebt bei ihrem Ehemann, ein Sohn ist verheiratet und lebt gemeinsam mit seiner Frau bei uns. Mein ältester Sohn schloss die 8. Schulklasse ab, bevor er in einen schrecklichen Autounfall verwickelt wurde. Er trug so schwere Verletzungen davon, dass er nun nicht mehr arbeiten kann. Auch meine anderen Kinder arbeiten nicht.
Vor 3 Jahren kam Manju Meta von Sambhali Trust das erste Mal in unseren Ort und erzählte uns vom Sambhali Selbsthilfegruppen-Programm. Sie berichtete uns ausführlich über das Programm und sagte, dass es uns helfen könnte. Anstatt zu Hause herum zu sitzen, ergriff ich die Möglichkeit und nahm die Hilfe in Anspruch.
Das erste Mal nahm ich vor 2 Jahren Geld auf, es waren 7.000 Rupien(100€) und zusammen mit 3.000 Rupien (430€) aus den Ersparnissen meiner Familie, kaufte ich eine. In meiner Gegend besitzt niemand eine Ölmahlmaschine, diese half uns also sehr. Vor 6 Monaten starb mein Ehemann. Sambhali lieh mir 20.000 Rupien (300 €) – mit denen ich einen kleinen Laden eröffnen konnte, wo ich jetzt einige Lebensmittel und Gewand verkaufe. Niemand in meiner Familie half mir oder unterstützte mich in irgend einer Weise. Ich hatte zwar 4 ältere Schwager, die alle verstorben sind und 2 jüngere Schwager, wovon einer sehr krank ist – also kann mir niemand helfen wenn ich etwas brauche.

Mein ältester Sohn, der den Unfall hatte, kann nicht arbeiten. Mein zweiter Sohn hilft manchmal seinem Onkel und arbeitet im Steinbruch, allerdings leidet er an medizinisch unerklärlichen Bauchschmerzen und ist daher kürperlich eingeschränkt. Es wurden bereits viele Röntgenuntersuchungen gemacht und er muss jeden Tag Medizin einnehmen, die noch dazu sehr teuer ist.

Weil Sambhali mir geholfen hat, möchte ich nun mein Geschäft erweitern. Ich werde Bekleidung, Geschirr und Küchenhelfer kaufen, einen Kühlschrank anschaffen um kalte Getränke und Eiscreme im Sommer zu verkaufen. Ich werde niemals vergessen, wie sehr mir Sambhali geholfen hat.“

Jasu DeviGeschichte von Jasu Devi aus Setrawa: „Ich habe vor 5 Jahren einen Kredit von 7.000, 8.000 und 10.000 ind. Rupis (100, 120, 160 €) von der Selbsthilfegruppe des Sambhali Sheerni Selbsthilfe Projekt aufgenommen. Langsam konnte ich die Produkte in meinem kleinen Laden steigern, den ich mit meinem ersten Kredit eröffnet habe. Ausserdem nähe ich selbst und fertige auch Kleider an. Ich zahle 1.000 Rps monatlich zurück. Früher musste ich als Hilfsarbeiterin in einer Steinmine arbeiten und schwere Lasten, Sand und Steine tragen. Daneben auch noch meine Familie versorgen. Das ist nun vorbei. Ich nehme nun 25 % von den Geschäftseinnahmen als Gewinn und zahle auch pünktlich meine Kredite zurück. Langsam wollen wir vorankommen im Leben und erfolgreich werden.“
Jasu Devi hat 3 Buben und 3 Mädchen und ausserdem bereits 9 Enkelkinder, ihr Mann arbeitet in der Steinmine in Setrawa. Sie ist eine der ersten Frauen, die an der Sambhali Sheerni Self- Selbsthilfe Gruppe erfolgreich teilnahm.“

indra deviGeschichte von Indra Devi aus Setrawa: „Mein Name ist Indra Devi. Ich bin 40 jahre alt. Ich wurde mit 15 Jahren verheiratet. Am Anfang unserer Ehe haben mein Ehemann und ich nicht gearbeitet aber dann hat mein Ehemann einen Steinbruch gekauft. Für eine Weile hatten wir genug Geld zum leben.
Ich habe zwei Töchter, eine ist verheiratet und lebt in Chaba, die andere lebt eine halbe Stunde entfernt. Vor fünfeinhalb Jahren starb mein Mann bei einem Autounfall gemeinsam mit 25 andern Menschen. Der Unfallfahrer war alkoholisiert. Im Auto waren alle Männer unserer vier Nachbarshäuser – alle Männer meiner Familie, auch meine Schwäger und deren Cousins starben in diesem Auto. Danach lebten in den vier Häusern nur noch die Frauen und Kinder, die nichts tun konnten. Ich musste den Steinbruch verkaufen um uns über Wasser halten zu können.
Dann hörte ich vor drei Jahren von Sambhali. Ein Freund erzählte mir davon. Ich wusste nicht, was ich anderes tun sollte und als Govind (Gründer von Sambhali) sagte, dass er uns helfen werde, machte ich mit. Ich begann mit nur 50 Rupien(8 €) im Monat Kredit und dann nahm ich 9500 Rupien (136 €) und kaufte eine Kuh. Ich verkaufte die Milch, was meiner Familie ein wenig half. Eine andere Frau in meiner Familie hat nun eine Getreidemühle und eine meiner Enkeltöchter wird von Sambhali unterstützt um in die Privatschule in Setrawa gehen zu können. Eine andere Frau in meiner Familie möche sich nun eine Kreissäge kaufen.
Ich bin die Älteste in meiner Familie, also liegt die gesamte Verantwortung bei mir. Sieben Kinder der Familie leben bei mir – Kinder jener Eltern, die bei dem Autounfall gestorben sind. Ich fühle mich derzeit nicht besonders gut und mache mir darüber Gedanken, wer sich um die Kinder kümmern wird, wenn ich sterbe. Mein Leben ist immer noch sehr stressig.
Zwei andere Frauen in meiner Familie sind über das Narega Programm angestellt und arbeiten am Bau, ich aber kann diese Arbeit nicht mehr machen – ich bin dafür schon zu alt.
Mit meinem nächsten Kredit möchte ich einen kleinen Laden eröffnen. Wir sind hier sehr weit vom Markt entfernt, also würden alle meine Nachbarn und die Leute aus der Umgebung bei mir einkaufen – es wäre ein gutes Geschäft. Ich hoffe, daß ich diesen Kredit bekommen kann.”

Rani Devi aus SetrawaGeschichte von Rani Devi aus Setrawa: Wir treffen Rani Devi im Dorf Setrawa, sie beteiligt sich am Sambhali Sheerni Frauen-Selbsthilfe-Gruppen-Projekt. Sie ist 45 Jahre alt, ihr Ehemann starb an Tuberkulose vor eineinhalb Jahren. Er arbeitete schwer in einem Steinbruch. Rani ist Mutter von neun Kindern, 4 ihrer Kinder wurden schon als Kinder verheiratet. Rani ist von der Dalit Gemeinschaft (Unberührbare) und bettelt im Dorf fürdas Überleben ihrer Familie. Rani ist krank, mit Schmerzen in der Brust und wir haben sie in Jodhpur untergebracht und kömmern uns darum dass sie eine Behandlung bekommt. Wir motivieren sie auch ein Darlehen aus der Selbsthilfegruppe zu nehmen. Damit könnte sie ein kleines Unternehmen starten für sich und ihre Familie und müsste nicht mehr betteln gehen. Ihr jüngstes Kind ist 8 Jahre alt.

 

 

 

 

Lage von Setrawa:

setrawa
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