Drei Monate in Indien……

Ziemlich genau vor zwei Jahren, am 31.März 2015 kam ich von meinem knapp dreimonatigen Aufenthalt in Jodhpur zurück. Mein Leben hat sich in Indien „verlangsamt“, nach der Rückkehr war ich fast überfordert bei unserem Angebot an Lebensmitteln, Kleidung, Konsumgütern. Ich habe dann mindestens ein halbes Jahr keine Kleidung für mich gekauft…….. Allzuschnell kommt man wieder in das “ Fahrwasser“, das Handy / die Erreichbarkeit ist wichtig. Allerdings bin ich bei Einkäufen nach wie vor sehr zurückhaltend .
Ich arbeitete in Indien bei Sambhali, das von einem jungen Inder vor 10 Jahren gegründet wurde und zum Ziel hat, Mädchen und Frauen Bildung und Erziehung zu ermöglichen. Dies wird in verschiedenen “ Projekten “ realisiert. Meine Aufgabe in einem Nähzentrum bestand darin, Frauen in der Näharbeit zu unterstützen, neue Modelle für Taschen, Polster, Sets, Tiere zu entwerfen und auszuführen. In der Altstadt von Jodhpur betreibt Sambhali eine kleine Boutique, hier werden die gefertigten Artikel verkauft.
Außer Bügeln und Nähen wird alles am Boden gemacht: auf einem Teppich sitzend wird zugeschnitten, gestickt, gezeichnet, mit Hand genäht . Fatma hatte ihren kleine Sohn mit zur Arbeit, er schlief meistens in der Nähe der Mama auf dem Teppich,  spielte mit Stoffresten oder aß Kekse.
Die Frauen gehen sehr gerne zur Arbeit, denn hier können sie für einige Stunden all ihre Sorgen vergessen, lachen mit den Kolleginnen, die zu Freundinnen werden und teilen ihre Freuden und Nöte. Durch den Lohn, den sie für ihre Arbeit erhalten, erfahren die Frauen etwas Unabhängigkeit und Freiheit .
Insgesamt werden über 20 Projekte von Sambhali unterstützt und betreut durch Volunteers und durch einheimische Lehrerinnen ( Waisenhaus, Klassen in einem Wüstendorf außerhalb der Stadt, Klassen im “ Stammhaus“ wo fast alle Volunteers wohnen. …) Zu meiner Zeit verbrachten einige Mädchen aus Deutschland nach ihrem abgelegten Abitur ein Jahr in Jodhpur, unterrichteten Englisch, Mathematik, lernten und beschäftigten sich mit den Kindern im Waisenhaus, arbeiteten in der Verwaltung mit, betreuten die Homepage ….
Ich möchte jedenfalls meine Erfahrungen in Indien nicht missen. Generell habe ich die Inder als freundliches Volk erlebt, meist kommunikativ und fröhlich und immer zum Feiern der vielen Feiertage bereit.